2026 bringt einen wichtigen Umbruch für geförderte IT-Projekte in NRW: Die NRW.BANK übernimmt zum 1. Januar die Betreuung des MID-Programms vom Projektträger Jülich. Was bedeutet das konkret? Und wie sieht die Förderlandschaft bundesweit aus?
MID NRW 2026: Die NRW.BANK übernimmt
Die größte Änderung für NRW-Unternehmen: Zum 01.01.2026 wechselt die Betreuung des Programms "Mittelstand Innovativ & Digital" vom Projektträger Jülich (PtJ) zur NRW.BANK.
Was sich ändert
- Neuer Ansprechpartner: NRW.BANK statt Projektträger Jülich
- Neue Antragsportale: Wahrscheinlich Integration in bestehende NRW.BANK-Systeme
- Bestandsschutz: Wer vor 2026 bewilligt wurde, bleibt beim PtJ
Was gleich bleibt (voraussichtlich)
MID NRW - Konditionen 2026
- Förderhöhe: Max. 15.000 € Zuschuss (50% Förderquote)
- Bagatellgrenze: Min. 4.000 € Zuschuss → Projekt muss ≥8.000 € netto kosten
- Module: MID-Digitalisierung, MID-Digitale Sicherheit
- Zugang: Losverfahren (monatliche Ziehung)
- Weitergabeverbot: Keine Subunternehmer erlaubt
Meine Einschätzung zum Trägerwechsel
Die NRW.BANK ist bereits Fördermittelgeber für viele Programme. Ein Trägerwechsel könnte bedeuten:
- Vorteil: Einheitliche Antragsportale, schnellere Bearbeitung
- Risiko: Anfangliche Umstellungsprobleme, neue Formulare
- Empfehlung: Im Januar 2026 die neuen Prozesse auf nrwbank.de prüfen
BAFA Beratungsförderung: Letzte Chance bis Ende 2026
Das Bundesprogramm "Förderung von Unternehmensberatungen für KMU" läuft bis 31. Dezember 2026. Es fördert ausschließlich Beratung, keine Umsetzung. Ideal für Architektur-Audits und Digitalisierungsstrategien.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Bemessungsgrundlage | 3.500 € pro Beratung |
| Förderquote West | 50% = max. 1.750 € |
| Förderquote Ost | 80% = max. 2.800 € |
| Max. Beratungen | 5 insgesamt, max. 2 pro Jahr |
| Programmende | 31.12.2026 |
Neu seit November 2025: Bei nicht vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen wird der Zuschuss jetzt auf den Brutto-Rechnungsbetrag berechnet.
Länderprogramme 2026: Der Überblick
Bayern: Neustart im Januar 2026
Gute Nachrichten aus Bayern: Der Digitalbonus Bayern nimmt ab Januar 2026 neue Anträge an. Das Budget für 2025 war erschöpft.
- Digitalbonus Standard: Bis 7.500 € (50%)
- Digitalbonus Plus: Bis 50.000 € für innovative Projekte (KI, Robotik, Digitale Zwillinge)
- Programmlaufzeit: Bis 31.12.2027
- Voraussetzung: ELSTER-Unternehmenskonto erforderlich
Niedersachsen: Programm ausgelaufen
Der Digitalbonus.Niedersachsen ist zum 31.12.2025 ausgelaufen. Ein Nachfolgeprogramm wurde bisher nicht angekündigt. Unternehmen in Niedersachsen sollten auf die BAFA-Beratungsförderung oder Kreditprogramme ausweichen.
Baden-Württemberg: Kredite statt Zuschüsse
Baden-Württemberg hat 2025 auf die Digitalisierungsfinanzierung umgestellt - ein Kreditprogramm statt direkter Zuschüsse. Für KMU, die echte Zuschüsse suchen, ist das weniger attraktiv.
Thüringen: Budget weiterhin erschöpft
Der Digitalbonus Thüringen hatte bereits 2024/2025 keine Mittel mehr. Die Richtlinie läuft zwar bis Ende 2026, aber es wurden keine neuen Budgets angekündigt.
Fördervergleich 2026
| Programm | Max. Zuschuss | Status 2026 |
|---|---|---|
| MID NRW | 15.000 € | ✅ Aktiv (neuer Träger) |
| BAFA | 2.800 € | ✅ Aktiv (nur Beratung) |
| Bayern Standard | 7.500 € | ✅ Neustart Januar |
| Bayern Plus | 50.000 € | ✅ Neustart Januar |
| Niedersachsen | - | ❌ Ausgelaufen |
| Baden-Württemberg | - | ⚠️ Nur Kredite |
| Thüringen | 15.000 € | ❌ Kein Budget |
Strategie für 2026
Für NRW-Unternehmen
- Januar abwarten: Neue NRW.BANK-Prozesse prüfen
- Früh bewerben: Losverfahren - je öfter im Topf, desto besser
- Direktbeauftragung: Weitergabeverbot beachten - kein Agentur-Freelancer-Modell
Für bayerische Unternehmen
- ELSTER-Konto einrichten: Pflicht seit Mai 2025
- Januar-Start nutzen: Frisches Budget, weniger Konkurrenz
- Digitalbonus Plus prüfen: Bei KI-Projekten bis 50.000 € möglich
Für Unternehmen ohne Landesprogramm
- BAFA nutzen: Bundesweit, für strategische Beratung
- Kreditprogramme prüfen: KfW, Landesförderbanken
- De-minimis ausschöpfen: 300.000 € über 3 Jahre kombinierbar
Die Fehler von 2025 nicht wiederholen
Die häufigsten Gründe für Förderabsagen bleiben auch 2026 gleich:
- Vorzeitiger Maßnahmenbeginn: Vertrag vor Bescheid = 100% Verlust
- Weitergabe an Subunternehmer: Bei MID NRW strikt verboten
- Fehlende Dokumentation: Prüfungen kommen Jahre später
Details zu diesen Fallstricken finden Sie in meinem Artikel zu 2025.
Fazit: 2026 wird einfacher - in NRW und Bayern
Die Förderlandschaft konsolidiert sich: Weniger Programme, aber die verbleibenden sind stabiler. Für NRW-Unternehmen könnte der Trägerwechsel zur NRW.BANK sogar Vorteile bringen. Bayern startet mit frischem Budget.
Verlierer 2026: Unternehmen in Niedersachsen und Thüringen ohne attraktive Landesprogramme.
Gewinner 2026: Wer die Spielregeln kennt und rechtzeitig beantragt.
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