Fördermittel 2026: MID NRW wechselt zur NRW.BANK – Was sich ändert

Ab 2026 übernimmt die NRW.BANK das MID-Programm. Bayern startet mit neuem Budget, Niedersachsen ist ausgelaufen. Der komplette Überblick für KMU.

Fördermittel 2026: MID NRW wechselt zur NRW.BANK – Was sich ändert

2026 bringt einen wichtigen Umbruch für geförderte IT-Projekte in NRW: Die NRW.BANK übernimmt zum 1. Januar die Betreuung des MID-Programms vom Projektträger Jülich. Was bedeutet das konkret? Und wie sieht die Förderlandschaft bundesweit aus?

Auf einen Blick: Der Trägerwechsel bei MID NRW könnte Prozesse vereinfachen. Bayern startet mit neuem Budget ins Jahr. Niedersachsen hat sein Programm auslaufen lassen. Die BAFA-Beratungsförderung läuft bis Ende 2026 weiter.

MID NRW 2026: Die NRW.BANK übernimmt

Die größte Änderung für NRW-Unternehmen: Zum 01.01.2026 wechselt die Betreuung des Programms "Mittelstand Innovativ & Digital" vom Projektträger Jülich (PtJ) zur NRW.BANK.

Was sich ändert

  • Neuer Ansprechpartner: NRW.BANK statt Projektträger Jülich
  • Neue Antragsportale: Wahrscheinlich Integration in bestehende NRW.BANK-Systeme
  • Bestandsschutz: Wer vor 2026 bewilligt wurde, bleibt beim PtJ

Was gleich bleibt (voraussichtlich)

MID NRW - Konditionen 2026

  • Förderhöhe: Max. 15.000 € Zuschuss (50% Förderquote)
  • Bagatellgrenze: Min. 4.000 € Zuschuss → Projekt muss ≥8.000 € netto kosten
  • Module: MID-Digitalisierung, MID-Digitale Sicherheit
  • Zugang: Losverfahren (monatliche Ziehung)
  • Weitergabeverbot: Keine Subunternehmer erlaubt
Wichtig: Die Module MID-Analyse und MID-Innovation wurden bereits Mitte 2025 eingestellt. Stand Dezember 2025 ist unklar, ob sie 2026 reaktiviert werden.

Meine Einschätzung zum Trägerwechsel

Die NRW.BANK ist bereits Fördermittelgeber für viele Programme. Ein Trägerwechsel könnte bedeuten:

  • Vorteil: Einheitliche Antragsportale, schnellere Bearbeitung
  • Risiko: Anfangliche Umstellungsprobleme, neue Formulare
  • Empfehlung: Im Januar 2026 die neuen Prozesse auf nrwbank.de prüfen

BAFA Beratungsförderung: Letzte Chance bis Ende 2026

Das Bundesprogramm "Förderung von Unternehmensberatungen für KMU" läuft bis 31. Dezember 2026. Es fördert ausschließlich Beratung, keine Umsetzung. Ideal für Architektur-Audits und Digitalisierungsstrategien.

Aspekt Details
Bemessungsgrundlage 3.500 € pro Beratung
Förderquote West 50% = max. 1.750 €
Förderquote Ost 80% = max. 2.800 €
Max. Beratungen 5 insgesamt, max. 2 pro Jahr
Programmende 31.12.2026

Neu seit November 2025: Bei nicht vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen wird der Zuschuss jetzt auf den Brutto-Rechnungsbetrag berechnet.

Länderprogramme 2026: Der Überblick

Bayern: Neustart im Januar 2026

Gute Nachrichten aus Bayern: Der Digitalbonus Bayern nimmt ab Januar 2026 neue Anträge an. Das Budget für 2025 war erschöpft.

  • Digitalbonus Standard: Bis 7.500 € (50%)
  • Digitalbonus Plus: Bis 50.000 € für innovative Projekte (KI, Robotik, Digitale Zwillinge)
  • Programmlaufzeit: Bis 31.12.2027
  • Voraussetzung: ELSTER-Unternehmenskonto erforderlich

Niedersachsen: Programm ausgelaufen

Der Digitalbonus.Niedersachsen ist zum 31.12.2025 ausgelaufen. Ein Nachfolgeprogramm wurde bisher nicht angekündigt. Unternehmen in Niedersachsen sollten auf die BAFA-Beratungsförderung oder Kreditprogramme ausweichen.

Baden-Württemberg: Kredite statt Zuschüsse

Baden-Württemberg hat 2025 auf die Digitalisierungsfinanzierung umgestellt - ein Kreditprogramm statt direkter Zuschüsse. Für KMU, die echte Zuschüsse suchen, ist das weniger attraktiv.

Thüringen: Budget weiterhin erschöpft

Der Digitalbonus Thüringen hatte bereits 2024/2025 keine Mittel mehr. Die Richtlinie läuft zwar bis Ende 2026, aber es wurden keine neuen Budgets angekündigt.

Fördervergleich 2026

Programm Max. Zuschuss Status 2026
MID NRW 15.000 € ✅ Aktiv (neuer Träger)
BAFA 2.800 € ✅ Aktiv (nur Beratung)
Bayern Standard 7.500 € ✅ Neustart Januar
Bayern Plus 50.000 € ✅ Neustart Januar
Niedersachsen - ❌ Ausgelaufen
Baden-Württemberg - ⚠️ Nur Kredite
Thüringen 15.000 € ❌ Kein Budget

Strategie für 2026

Für NRW-Unternehmen

  1. Januar abwarten: Neue NRW.BANK-Prozesse prüfen
  2. Früh bewerben: Losverfahren - je öfter im Topf, desto besser
  3. Direktbeauftragung: Weitergabeverbot beachten - kein Agentur-Freelancer-Modell

Für bayerische Unternehmen

  1. ELSTER-Konto einrichten: Pflicht seit Mai 2025
  2. Januar-Start nutzen: Frisches Budget, weniger Konkurrenz
  3. Digitalbonus Plus prüfen: Bei KI-Projekten bis 50.000 € möglich

Für Unternehmen ohne Landesprogramm

  1. BAFA nutzen: Bundesweit, für strategische Beratung
  2. Kreditprogramme prüfen: KfW, Landesförderbanken
  3. De-minimis ausschöpfen: 300.000 € über 3 Jahre kombinierbar

Die Fehler von 2025 nicht wiederholen

Die häufigsten Gründe für Förderabsagen bleiben auch 2026 gleich:

Top 3 Fehler:
  1. Vorzeitiger Maßnahmenbeginn: Vertrag vor Bescheid = 100% Verlust
  2. Weitergabe an Subunternehmer: Bei MID NRW strikt verboten
  3. Fehlende Dokumentation: Prüfungen kommen Jahre später

Details zu diesen Fallstricken finden Sie in meinem Artikel zu 2025.

Fazit: 2026 wird einfacher - in NRW und Bayern

Die Förderlandschaft konsolidiert sich: Weniger Programme, aber die verbleibenden sind stabiler. Für NRW-Unternehmen könnte der Trägerwechsel zur NRW.BANK sogar Vorteile bringen. Bayern startet mit frischem Budget.

Verlierer 2026: Unternehmen in Niedersachsen und Thüringen ohne attraktive Landesprogramme.

Gewinner 2026: Wer die Spielregeln kennt und rechtzeitig beantragt.

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