Software-Entwickler bauen gerne Tools. Doch oft landen diese Projekte in der Schublade oder werden nie fertig. In diesem Artikel berichte ich, wie ich neben meiner Arbeit als Tech Lead erfolgreiche digitale Produkte aufgebaut habe - und welche Lektionen ich dabei gelernt habe.
Es geht nicht darum, das nächste Facebook zu bauen. Es geht darum, reale Probleme zu lösen, Mehrwert zu schaffen und dabei neue Technologien und Geschäftsmodelle zu lernen.
Warum eigene Produkte?
Als Entwickler arbeiten wir oft tief im Maschinenraum von großen Systemen. Wir optimieren Datenbank-Queries, refactorn Legacy-Code und bauen APIs. Aber wir verlieren manchmal den Blick für das "Ganze".
Eigene Produkte zwingen einen dazu, alle Hüte aufzusetzen:
- Produktmanager: Welches Problem löse ich eigentlich?
- Marketing: Wie finden Nutzer mein Produkt? (SEO, Content)
- Support: Was verstehen Nutzer nicht?
- Legal: Impressum, DSGVO, AGBs.
Diese Erfahrung macht mich zu einem besseren Tech Lead, weil ich technische Entscheidungen immer auch aus der Business-Perspektive bewerten kann.
Meine Projekte: Ein Portfolio-Überblick
Hier sind zwei Beispiele aus meinem Portfolio, die zeigen, wie unterschiedlich "digitale Produkte" sein können.
1. zug-ticket-kaufen.de - Der Nischen-Ratgeber
zug-ticket-kaufen.de
Launch: 2024 | Stack: Astro, TypeScriptEin unabhängiger Ratgeber für Bahntickets. Das Problem: Die Bahn-Website ist oft unübersichtlich. Mein Ansatz: Klare, SEO-optimierte Anleitungen für spezifische Probleme (z.B. "Sparpreis finden", "Bahncard kündigen").
Learning: Content is King. Technische Exzellenz ist zweitrangig, wenn niemand die Seite findet.
Zum Projekt →2. abnahmepilot.de - Das digitale Werkzeug
abnahmepilot.de
Launch: 2024 | Stack: Laravel, TailwindDigitale Checklisten für Bauherren zur Bauabnahme. Das Problem: Bauherren sind bei der Abnahme überfordert und vergessen wichtige Mängel. Die Lösung: Eine strukturierte, mobile Checkliste.
Learning: Nutzer zahlen für Sicherheit und Struktur. Ein einfaches PDF oder eine Web-App kann enormen Wert stiften.
Zum Projekt →Lessons Learned: Was ich anders mache
1. Tech-Stack: Boring is better
Bei meinem ersten Projekt wollte ich unbedingt den neuesten JS-Framework-Hype nutzen. Ergebnis: Ich habe wochenlang Konfigurationen gefixt und kaum Features gebaut.
Heute setze ich auf Laravel und Blade oder Astro für statische Seiten. Ich kenne die Tools, ich bin produktiv, und die Wartung ist minimal.
2. Validation First, Code Second
Früher habe ich erst gebaut, dann geschaut, ob es jemand braucht. Heute schreibe ich erst einen Blogpost oder schalte eine kleine Ad-Kampagne. Wenn niemand klickt, schreibe ich keine Zeile Code.
3. SEO ist kein "Add-on"
SEO beginnt bei der Domain-Wahl und der URL-Struktur. Bei pflegegrad-antrag-hilfe.de habe ich die Seite komplett um die Suchintention herum aufgebaut. Das Ergebnis: Organischer Traffic ab Woche 1.
Fazit: Einfach anfangen
Sie müssen nicht Ihren Job kündigen, um digitale Produkte zu bauen. Starten Sie klein. Lösen Sie ein Problem, das Sie selbst haben. Und nutzen Sie die Technologien, die Sie bereits beherrschen.
Wenn Sie wissen wollen, welche Tools ich nutze oder wie ich meine Projekte organisiere, schauen Sie auf meiner Über mich Seite vorbei oder werfen Sie einen Blick auf meine vollständige Projektliste.
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Ich bringe meine Erfahrung aus eigenen Projekten auch in Ihre Software-Architektur ein. Als Fractional Tech Lead helfe ich Ihnen, pragmatische und wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.